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Beschwingte Tänze in der Wandelhalle

17.07.2012 15:31:00 von Dimitri Wesselowski (Kommentare: 0)

Alina Novak und Dmitri Wesselowski springen kurzfristig für Chiyan Wong ein Von Wilhelm Friedemann

Alina Novak und Dmitri Wesselowski bilden das Aachener Klavierduo. Mit virtuosen und unterhaltsamen Tänzen der Romantik erfreuten sie ihr Publikum in der Wandelhalle. 
Foto: Wilhelm Friedemann

Der Pianist Chiyan Wong war am Sonntagabend leider verhindert, doch »wir haben gleich zwei Pianisten als Ersatz gefunden«, sagte Artur Pacewicz in seiner Konzerteinführung. Das Aachener Klavierduo, das die beiden Ukrainer Alina Novak und Dmitri WesseIowski bilden, spielte Tänze der romantischen Klavierliteratur.

Edvard Griegs erster von vier Norwegischen Tänzen bildete an diesem Abend einen furiosen Konzertauftakt. Dabei stellte das Aachener Klavierduo sein temperamentvolles Spiel eindrucksvoll unter Beweis. Der menschlichen Stimmlage entsprechend über nahm Alina Novak den hohen Klavierpart, während Dmitri Wesselowski links von ihr am Flügel in der Wandelhalle Platz genommen hatte. 

Begeistert nahm das Publikum die gelungene Interpretation von Griegs op. 35 auf, das stimmungsbildnerisch eine Melange aus nordischer Lebensfreude und zugleich Melancholie darstellt. 

Drei charakterlich unterschiedliche Stücke aus Robert Schumanns »Bilder aus Osten« hatte das Duo für ihr Konzert in der Wandelhalle im Kurpark ausgesucht. In der Nr.

 

Mit angemessenem Rubato spielten Alina Novak und Dmitri Wesselowski für ihr Konzertpublikum.

 

6 »Reuig, andächtig« zeigten Alina Novak und Dmitri Wesselowski, dass sie auf ihrem Instrument quasi symphonisch muSizieren können. 

Felix Mendelssohn-Bartholdys Allegro Brillant op. 92 ist ein Salonstück, das von beiden Duopartnern eine gehörige Portion Virtuosität abverlangt. Mendelssohn komponierte es im Alter von 32 Jahren. Das wilde Finale beendete schließlich die erste Programmhälfte.

Nach der Pause stimmte das Aachener Klavierduo das Publikum mit Franz Schuberts Rondo in D-Dur op. 138 im Dreivierteltakt auf die nachfolgenden 16 Walzer aus der Feder von Johannes Brahms ein. Lediglich zum Schubert-Rondo hatte das Duo seine Plätze am Flügel getauscht.

Ein perfektes aber niemals mechanisch wirkendes Zusammenspiel ist sicherlich eines der höchsten Ziele eines jeden Klavierduos. Dies gelang bei dem Konzert in Johannes Brahms op. 39 auf eine imposante Art und Weise. Mit angemessenem Rubåto spielten Alina Novak und Dmitri Wesselowski für ihr Publikum die nahtlos aneinander gereihten und so unterschiedlichen, kurzen Walzer.

Carl Czerny ist wohl für jeden Pianisten ein zumeist unangenehmer Bekannter. Doch nicht seine bis heute gängigen Etüden bilden das kompositorische Hauptwerk des Beethoven-Schülers. Mit sei nem einem Feuerwerk gleichen

Rondo »La rivalité« op. 293 beendete das Klavierduo schließlich sein Konzert in der Kurstadt. Das begeisterte Publikum konnte das Verklingen des Schlussakkordes nicht abwarten. Lang anhaltender Applaus war der Lohn. Bereits am Sonntag, 12. August, gibt es das nächste Konzert in der Wandelhalle in der Reihe »Weltklassik am Klavier«. Artur Paciewicz wird von 18.30 Uhr an Nocturnes und Polonaisen von Chopin sowie die Händel-Variationen von Johannes Brahms spielen.

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