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„Weltklassik" startet fulminant

16.02.2015 00:00:00 von Dimitri Wesselowski (Kommentare: 0)

Brillantes Duo in der Weltklassik-Reihe VON JÜRGEN ZIMMER

Das Aachener Klavierduo Alina und Dimitri Wesselowski spielte in der Reihe „Weltklassik am Klavier" Mozart, Debussy und Ravel zu vier Händen.
Foto: Brötzmann
Alina und Dimitri Wesselowski bilden das „Aachener Klavierduo".

Bad Pyrmont. Mit dem Titel „Kinderspiel und Feuerwerk Romantik für vier Hände" hatte die Konzertreihe „Weltklassik am Klavier" für den Samstagnachmittag nicht zu viel versprochen, zumal mit Alina und Dimitri Wesselowski, dem „Aachener Klavierduo", ein ausgesprochen hochklassiges Künstlerpaar im kleinen Saal zu Gast war. Mit ihrem Abwechslung und facettenreichen Programm begeisterten die Musiker das Publikum.

Die Haydn-Variationen op. 56 von Johannes Brahms bildeten den Auftakt. Vom klaren, getragenen Chorale St. Antoni bis hin zum Finale, Andante, waren sie akustisch sozusagen die Aufwärmphase, in der auch die Virtuosität immer rasanter anstieg. Vierhändig vorgetragen überzeugten die große Feinfühligkeit der Interpretation und die Präzision, die wohl nur in der großen Harmonie von Alina und Dimitri WesseIowski begründet sein können. Ein echtes Feuerwerk entfachten die beiden aus der Ukraine stammenden und seit 2007 zusammen spielenden Pianisten mit „Ausgesuchten Ungarischen Tänzen WOO l", ebenfalls von Brahms. Dass aus diesem Zyklus vieles bekannt klang, lag sicherlich an den populären Ungarischen Tänzen, die sehr „ungarisch" klingen, obwohl ihnen keine Volkslieder ungarischer Roma zugrunde

liegen. Ebenfalls aus dem Genre Variationen stammte das ursprünglich für Sopran und Orchester komponierte „Tyroler- Lied mit Variationen op. 118" des Mozart-Schülers Johann Nepomuk Hummel, in dem ebenfalls volksmusikalische Elemente durchdrangen. Von den „Jeux d'enfants" von Georges Bizet, teils theatralisch und melancholisch, teils rhyth misch und raffiniert gesetzt, wechselte das Klavierduo ins Spanische. Die „Rhapsodie Espagnole" entführte die Zuhörer in eines der Orchesterwerke Maurice Ravels. Es gelang dem Duo, iberisches Kolorit und spanische Musiktradition zu einem temperamentvollen Vortrag voller Leidenschaft zu veremen. 

Das beschwingte Publikum genoss einen exzellenten Auftritt, belohnte ihn mit großem Applaus und erhielt als Zugabe einen fröhlichen Auszug aus den „Norwegischen Tänzen" von Edvard Grieg.

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